PASSION 2000
EUROPÄISCHES MUSIKFEST STUTTGART

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 Tan 
 Dun


Geboren 1957 in Hunan (China). Während der Kulturrevolution in den siebziger Jahren "Umerziehung" zum Reispflanzer. Ab 1978 am neugegründeten Zentral-Konservatorium in Peking. Besondere Anregungen erfährt er durch John Cage, Hans Werner Henze, Isang Yun und Toru Takemitsu. Erste Aufführungen seiner Musik in Europa machen ihn schlagartig bekannt. 1983 gewinnt Tan Dun als erster chinesischer Komponist einen internationalen Preis, den C.v.Weber-Preis Dresden. Seit 1987 lebt Tan Dun in New York als – wie er schreibt – "asiatischer Komponist, der in einer kommunistischen Gesellschaftsform aufgewachsen ist und nun einer internationalen Welt lebt". Seine Musik steht als Brücke zwischen den Kulturen, als Versuch, sich über traditionelle Konventionen hinwegzusetzen, ohne dabei irgendwelchen "Modeerscheinungen" zu verfallen.

Frank Kouwenhoven über Tan Dun: "Tan Dun vollzieht die Verbindung von Ost und West und macht daraus eine Musik, die beides und weder–noch ist. Seine Musik ist erfüllt von Stimme, Raum, Schweigen und dem tiefen Gesang der Natur – nicht mehr national, nicht einmal international, viel mehr einfach human". Überragender Erfolg 1996 bei der Biennale in München mit seiner vielfach beachteten Oper "Marco Polo", eine Koproduktion mit dem Edinburgh Festival, dem Holland Festival und dem Hong Kong Arts Festival.

 

  Zeittafel
1957

geboren am 18. August in der Provinz Hunan / China

1978 Studienplatz am Pekinger Konservatorium. Dort erstmals Begegnung mit Musik des westlichen Auslands
1986 Stipendium an der Columbia University, New York. Lebt seither in New York
1995/96 Welttournee mit der "Ghost Opera", geschrieben für das KRONOS Quartet, und dem Cellokonzert "Intercourse of Fire and Water"
1996 sensationeller Erfolg bei der Münchener Biennale mit der Oper "Marco Polo"; Yi² (Gitarrenkonzert), UA bei den Donaueschinger Musiktagen; "Glenn Gould Prize in Music and Communication" der Stadt Toronto
1997 "Symphony 1997" anläßlich der Feierlichkeiten der Rückkehr Hong Kongs an China für Violoncello, Glocken, Kinderchor und großes Orchester; Composer-in-residence und Dirigent beim BBC Scottish Symphony einer der "Classical Musicians of the Year" (New York Times)
1998 "Death and Fire", US-Premiere in der Carnegie Hall mit dem MET Opera Orchestra, Ltg. James Levin; "Symphony 1997" bei den BBC Proms, Ltg. Tan Dun; UA von "Peony Pavilion" bei den Wiener Festwochen (Regie: Peter Sellars)
zukünftige Projekte mit New York Philhamony (Ltg. Kurt Masur), Boston Symphony Orchestra (Ltg. Seiji Ozawa), NHK Symphony of Japan (Ltg. Charles Dutoit), City of Birmingham Symphony Orchestra (Ltg. Simon Rattle)
für 2005 Kompositionsauftrag für die MET/New York
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